Ideen zur Umnutzung/Umgestaltung des Marktplatzes Horst Süd

Auswertung der Ideenwerkstatt am 15. 09. 2018

Der neue Horster Central  Park?

Festzuhalten ist zunächst, dass es zwei Anwohner des Platzes gab, die jegliche Neugestaltung des Platzes strikt verwarfen, „weil das nur neue Dealer und Penner anziehen würde. Das ist ja jetzt schon kaum noch auszuhalten. Vor allem die „Schwarzköpfe“ sind hier abends nach 10 besonders laut. Man traut sich nicht mehr raus…“

Die Diskussion um diese Einschätzungen nahm teilweise heftige For-men an. So wurde etwa das Argument, man solle den öffentlichen Raum doch selber mit nutzen und ihn nicht den angeblichen Störern einfach überlassen, brüsk verworfen: Am liebsten wäre diesen Perso-nen, der Platz würde abends ab 22.00 Uhr total geschlossen und wer dagegen verstoße, sollte mit einem Platzverweis bedacht werden. „Aber da halten die sich ja sowieso nicht dran – und kontrollieren tut das ja auch keiner“

  • Forderung also: Keine Sitzgelegenheiten (leider) wegen falscher Personengruppen

Demgegenüber gab es aber dann doch ein knappes Dutzend Hors-ter*innen, die sich für den Platz um den Brunnen mit einer Umgestal-tung und mehr Aufenthaltsqualitäten auch eine verträglichere Nutzung vorstellen können. Einer der Teilnehmer verwies z.B. auf eine Fern-sehsendung, in der von dem Kölner Ebertplatz berichtet wurde, der jahrelang der Angstraum in der Kölner Innenstadt war und nun wieder vielfältig und friedlich von vielen selbst in den Abendstunden genutzt wird, seit u. a. der jahrelang kaputte Brunnen wieder aufwändig erneu-ert wurde… „Da hat öffentliche Nutzung sich den öffentlichen Raum zurückerobert und die auffälligen Gruppen meiden sowas…“

Hier also die Ideensammlung

(Stichworte von den Zetteln teilweise mit kurzen Erläuterungen. Die Reihenfolge ist zufällig und keine Bewertung!)

  • Parken: kostenloses Parkangebot sollte erhalten bleiben, Parken nur am Rand neu organisiert, abgegrenzt zum Platz hin mit Hoch-beeten (Gelegenheiten für urbanes Gärtnern, Patenschaft SENA-Projekt, ZWAR-Gruppe, runder tisch horst?), strukturierte und gut kenntlich gemachte Parkbuchten im Außenbereich
  • mehr stabile Fahrradständer (Nähe zur Markenstraße)
  • Verteilerkästen abbauen oder mit Kunst verschönern (Graffiti)
  • Altglas- und Altpapiercontainer neu positionieren (kompakt und gut sichtbar in einer Ecke des Platzes, möglichst gut beleuchtet, um Missbrauch einzudämmen), Unterbodencontainer prüfen
  • Mehr Abfalleimer um den Platz verteilen (mit Aschenbecher-Einsatz)
  • zur Rettung des Marktes einen „Zeltmarkt“ „Mobile Markthalle“ (oder in der wärmeren Jahreszeit einen speziell auf Horst Süd zugeschnit-tenen Feierabendmarkt) ausprobieren
  • Mehr öffentliche Veranstaltungen (z.B. an den Markttagen während des Marktes und/oder danach) um den Platz bekannter zu machen und neu zu beleben und so zu einem „Integrationsmarkt“ zu machen. Dazu könnten Zugewanderte eingeladen werden, Tänze, Lieder, traditionelles Kunsthandwerk oder leckere Spezialitäten aus ihrer alten Heimat anzubieten
  • Freifläche schaffen mit Platz für Nachbarschaftsfeste und –treffen evtl. mit einer fest aufgebauten kleinen Bühne (z.B. nach dem Markt-tag, dann kann das Marktzelt ausgelastet werden…)
  • Den Brunnen in die Platzmitte verlegen und damit dem Platz ein Zentrum geben (vielleicht heißt er dann, wenn es keinen Markt mehr gibt: „Brunnenplatz“?)
  • Die Baumreihe an der Westkante nutzen und da einen überdachten Begegnungsplatz schaffen (nur Dach ohne Seitenwände), Ver-schönerung der Baumscheiben (Patenschaften durch Anwohner, Kitas, Schulen unter Mithilfe durch Gärtnereien aus Horst Süd?),
  • einen kleinen Platz mit einigen Spielgeräten (Generationen übergrei-fend nutzbar, wie am Ostende vom Hafen Bismarck)
  • in der Nähe eine öffentliche WC-Anlage
  • mehr Grünfläche
  • Aufstellen eines Weihnachtsbaumes
  • Mehr Außengastronomie (mit klaren Regeln für Nutzungszeiten, Musik und andere geräuschintensive Aktivitäten)
  • Mehr dezente Beleuchtung (Sicherheitsgefühl / Abschreckung)
  • Sichtbare Inwertsetzung und Aufwertung des Platzes als Stadtteil-zentrum durch regelmäßige Pflege (Abfalleimerleerungen, Sauber-keit, Bepflanzung)

Dann gab es sogar noch zwei Skizzen auf einem Stadtplan:
Die eine hat den ganzen Platz zu einer parkähnlichen Grünanlage gemacht (siehe Bild oben). Deutlich werden die Parknischen am Rand und ein großzü-giges Wegekreuz begleitet (und dann mal überschattet) von neu ge-pflanzten Großbäumen.
Die andere schlägt eine grobe Gliederung des Platzes in drei Bereiche vor: Parkzone, Bereich für Gärtnern, Spielen, Begegnung und Platz für Markt und andere Veranstaltungen.

Eine dritte Skizze umgrenzt den Marktplatz, die ihn umgebenden Stra-ßen sowie die Markenstraße bis zur Schlossstraße als Urbanes Ge-biet. Das ist einen neue Planungs-Kategorie, die neue planerische Möglichkeiten für Gestaltungen und Nutzungsmischungen bietet.
Die Teilnehmenden waren damit einverstanden, dass diese Dokumen-tation an die Bezirksvertretung West zu Händen des Bezirksbürger-meisters gegeben wird mit der Bitte, diese Ideen an die Planungsver-waltung weiter zu reichen, damit sie bei den weiteren Überlegungen berücksichtigt werden können.
Des Weiteren würden sie sich freuen, wenn die Verwaltung zu gege-bener Zeit offiziell eine Planwerkstatt durchführen würde, damit die In-teressen der Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig vorgebracht werden können.